Dein Beckenboden. Das Zentrum deines Körpers.
Die meisten Frauen denken, das ist ein Schwangerschaftsthema. Ist es nicht.
Dein Beckenboden trägt deinen Körper. Deine Atmung und deine Haltung beeinflussen ihn. Im Gegenzug beeinflusst der Beckenboden wie du dich in deiner Gesamtheit fühlst.
Dein Beckenboden verändert sich. Mit dem Alter, mit dem Stresslevel, mit den Hormonen. Das ist normal, aber es muss keine Belastung sein.
Was ist dein Beckenboden und wozu braucht man ihn?
Stell dir eine Hängematte vor, die quer durch dein Becken gespannt ist. Sie hält deine Blase, deinen Darm und deine Gebärmutter am richtigen Platz. Sie ist an deiner Atmung beteiligt. Sie reagiert auf Stress. Sie hängt direkt mit deiner Haltung und deiner Beckenstatik zusammen.
Der Beckenboden ist nur handtellergroß, beeinflusst aber deinen gesamten Körper. Wenn er funktioniert, merkst du ihn kaum. Wenn er aus der Balance gerät, spürst du es überall.
Wann gerät der Beckenboden aus der Balance?
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Stress
Dauerspannung hält auch den Beckenboden unter Strom.
Wenn du gestresst bist atmest du meist flach, das bedeutet, der Beckenboden ist auf Dauer-Spannung. Das wiederum kann auch Probleme wie Inkontinenz oder Rückenschmerzen verursachen. -
Hormone
Besonders in der Perimenopause verändert sich das Gewebe spürbar.
Durch die Hormonschwankungen in der Perimenopause und den Veränderungen im Gewebe merken viele Frauen plötzlich, dass sich der Beckenboden anders verhält als früher. Das kann dann schon mal Ängste auslösen, vor allem wenn du nicht zuordnen kannst, woher diese Probleme plötzlich kommen. -
Haltung
Wie du sitzt, stehst und gehst, beeinflusst deinen Beckenboden direkt.
Der Beckenboden mag eine aufrechte Haltung und Bewegung. Wenn du viel und lange sitzt, "schlampig" stehst, dann hat auch das Auswirkungen auf deinen Beckenboden. Oft entsteht ein dauerhafter Druck nach unten oder auch (z.B. durch sehr langes Sitzen) zu viel Spannung. -
Fehlbelastung beim Sport
Zu viel Druck, zu wenig Koordination – das merkt der Beckenboden zuerst.
Gerade beim Krafttraining (aber auch bei Yoga und Pilates) bekommt der Beckenboden oft unbewusst Druck nach unten. Falsche Atmung, falsches/fehlendes Druckmanagement, schlechte Wahrnehmung des Beckenbodens. Im schlimmsten Fall trainierst du dir eine Beckenboden-Schwäche an. -
Ernährung
Chronische Entzündungen und Verdauungsprobleme wirken auf das gesamte Becken.
Deine Ernährung beeinflusst deinen Beckenboden über die Verdauung. Ernährst du dich schlecht, tust dir beim WC-Gang schwer (musst pressen) dann schadet das deinem Beckenboden. Stille Entzündungen und Nährstoffmängel können deinen Beckenboden langfristig schwächen und auch die Gefahr für zB Harnwegsinfekte erhöhen. -
Atmung
Dein Beckenboden und dein Zwerchfell arbeiten zusammen.
Ist deine Atmung zu flach, hält das deinen Beckenboden auf Spannung, was wiederum zu Problemen führen kann, weil er nie in die Entspannung kommt. Idealerweise atmest du in deine Rippenbögen (in alle Richtungen) und in den Bauch.
Wenn du einen dieser Auslöser als „Baustelle“ in deinem Leben hast, oder bei dir Lachen, Husten und Springen mit Unsicherheit verbunden sind, dann ist dein Beckenboden aus der Balance.
Lerne noch mehr über das Thema → Beckenbodentraining für Frauen über 40
Warum Anspannen allein nichts für deinen Beckenboden bringt
Die meisten kennen Beckenbodentraining als: anspannen, loslassen, wiederholen. Das ist nicht grundsätzlich falsch. Aber es reicht einfach nicht.
Dein Beckenboden ist kein isolierter Muskel. Er ist Teil eines Systems – verbunden mit deiner Tiefenmuskulatur, deiner Atmung, deiner Wirbelsäule, deinen Hormonen, deiner Psyche. Wenn nur an einer Schraube gedreht wird, ändert sich das große Bild nicht.
Mein Ansatz ist ganzheitlich: Wir arbeiten mit dem ganzen Körper. Mit Bewegung und Körperwahrnehmung, mit Wissen über Hormone und Ernährung, mit dem, was in deinem Kopf passiert, wenn dein Körper sich verändert. Nicht weil das schöner klingt – sondern weil es wirkt.
Mehr dazu → Warum Beckenbodentraining oft am Ziel vorbeigeht
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Häufige Fragen zum Beckenboden:
Was ist der Beckenboden genau?
Der Beckenboden ist ein Muskelgeflecht, das das untere Ende deines Rumpfes abschließt. Er trägt deine Organe und hängt zusammen mit Blase und Darm, ist an deiner Haltung und Atmung beteiligt und reagiert direkt auf Stress und Hormone. Er ist der Dreh- und Angelpunkt für deinen gesamten Körper. Und wird meistens erst dann beachtet, wenn er seine Aufgaben nicht mehr erfüllt.
Hat Beckenbodentraining wirklich nichts mit Schwangerschaft zu tun?
Doch! Aber das ist nur ein Teil des Themas. Stress, Hormone, Perimenopause, Haltung und Ernährung beeinflussen deinen Beckenboden genauso stark. Viele Frauen ab 40 spüren Veränderungen, ohne je entbunden zu haben. Der Beckenboden ist ein Lebensthema – kein Schwangerschaftsthema.
Woran merke ich, dass mein Beckenboden aus der Balance ist?
Unfreiwilliger Harnverlust beim Lachen, Husten oder Springen ist das bekannteste Zeichen. Aber auch Rückenschmerzen, ein Druckgefühl im Unterleib, Schmerzen beim Sex oder das Gefühl, dass „etwas nach unten zieht“, können Hinweise sein. Oft sind diese Zeichen so alltäglich geworden, dass Frauen sie kaum noch als Problem wahrnehmen – obwohl sie das nicht sein müssen.
Wann brauche ich eine Physiotherapeutin – und wann bist du, Ursula, die richtige Wahl?
Eine Physiotherapeutin ist die richtige Wahl, wenn du medizinische Behandlung brauchst – zum Beispiel nach einer Operation oder bei starken Beschwerden, die ärztlich abgeklärt werden sollten. Ich setze dort an, wo dein Körper genug gesunde Anteile hat, um mit passendem Training echte Veränderung zu erreichen. Die beiden Ansätze schließen sich nicht aus und ich arbeite deshalb eng mit Physiotherapeutinnen zusammen. Wenn es notwendig ist, werde ich dich an die passende Person und Profession verweisen.
Was bedeutet ganzheitliches Beckenbodentraining?
Es bedeutet: nicht nur Muskeln trainieren. Der Beckenboden hängt mit Atmung, Haltung, Hormonen, Stress und Ernährung zusammen. Echte Veränderung passiert, wenn wir an all diesen Punkten gemeinsam arbeiten – nicht isoliert an einem einzigen. Das ist der Unterschied zwischen einer Übung und einer echten Veränderung.